Beste Unterhaltung bot der Dreiakter der Laienschauspielgruppe des Sportvereins Spielberg. In der Berghalle blieb kaum ein Auge trocken und die Lachmuskeln wurden angenehm strapaziert. Flüssig und flott die Handlung - ausdrucksstark und originell die Darsteller. Unter der Regie von Fritz Dahlinger demonstrierten die Laien erneut ihr Können und bildeten sowohl das Kernstück als auch den Höhepunkt der Weihnachtsfeier.
Yvonne Walch, Sandra Werner und Gabi Sachs spielten ein wirtschaftlich stark gebeuteltes Damentrio, das der Ortspfarrer, souverän dargestellt von Thomas Christmann, aus Nächstenliebe ins Pfarrhaus aufgenommen und eine Bleibe zur Verfügung gestellt hatte. Morgenluft in ihrem Dilemma witterte das Trio, als zunächst ein Brief der verblichenen Tante Tilly mit Aussicht auf ein dickes Erbe eintraf und die Damen begünstigte. Einziger Haken dabei: das "Erbstück Carlo", der Witwer, wäre auf Lebzeit von den Damen zu betreuen und zu versorgen, weil dieser aufgrund einer Demenzerkrankung völlig unfähig sei, sein Leben selbst zu gestalten. Dieser Lachsalven auslösende Carlo (Dirk Karcher) allerdings sorgte für Furore und spielte den Narren perfekt - doch in Wirklichkeit war er schlauer als alle je vermuteten. Die Haushälterin des Pfarrers, Anette Hübner, erneut mehr als überzeugend, legte sich mit den drei Damen in Sachen Lebenswandel und Tugendhaftigkeit wiederholt an. Nicht nur das - sie verdächtigte auch den Pfarrer des Alkoholmissbrauchs, bis sie merkte, dass eine aus dem Trio die Übeltäterin war.
Nachdem das Erbstück Carlo mit einer Zufallsbekanntschaft (Rosi Egginger), die sich seiner annahm, im Pfarrhaus eingetroffen war, nahmen die Turbulenzen weiter zu. Die Neue traf dabei auf einen seltsamen Kauz (Alex Christmann, der sein Theater-Debüt prima meisterte), welcher zuvor der Haushälterin eine seiner Erfindungen, eine so genannte „Schlafaufwachmaschine“, andrehen wollte. In den Wirrungen des Geschehens fanden schließlich die ach so keusche Haushälterin, besser gesagt Tugendwächterin, des Pfarrers und das tolle Erbstück Carlo nach Offenlegung der tatsächlichen Fähigkeiten als Paar zusammen, die vom Ehemann getrennte und vom neuen Freund verlassene Unbekannte liierte sich mit dem Erfinder und das lebenslustige Damentrio durfte weiter im Pfarrhaus Asyl genießen.
Das Happy End folgte mit Getöse und gleichzeitiger plötzlich auftretender allgemeiner Harmonie, so dass Ortspfarrer Thomas Christmann seine Schäfchen friedlich vereinigen konnte.
Für die Maske garantierte Sabrina Egginger, als Souffleusen wirkten Doris Werner und Maria Christmann.
Bericht: Reinhard Haas
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